Die Kunst der Beschränkung

 

Super lesenswerter Artikel von dem Philosophen Otfried Höffe über einen neuen Wertekanon in unserer Gesellschaft:
“Mit der Wirtschaft verdient eine Gesellschaft ihren Lebensunterhalt. Mit Recht, Menschenrechten und Demokratie genügt sie ihrem politischen Leitwerten, der Freiheit in Gerechtigkeit. Ihren Zusammenhalt findet sie aber über die Sprache, über Wissenschaft und Philosophie, nicht zuletzt über Musik, Architektur und Kunst.”

Hier geht’s zum Artikel:
welt.de


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Neues Wirtschaftsmagazin

 

“enorm”
Wirtschaft für den Menschen.


Thomas Friemel, der Chefredakteur von “enorm” beschreibt auf der ersten Seite des Magazins die Motivation für die Herausgabe des Heftes. Es wird deutlich, dass “enorm” für eine neue, soziale und humane Wirtschaft steht, Stichwort: Social Business. Spürbar ist auch die Leidenschaft, die die Macher für die Themen haben, für innovative Geschäftsmodelle, für unternehmerische Verantwortung und Ethik in der Wirtschaft.
Die erste Ausgabe habe ich schon gelesen, besser gesagt verschlungen, die zweite kommt am 10. Juni. Ich freue mich schon drauf!
enorm-magazin.de


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Werte-Kampagne von Reemtsma

 

Als ich vor ein paar Wochen auf die Kampagne anlässlich des 100-jährigen Bestehens von Reemtsma aufmerksam wurde, war ich spontan begeistert. Weil sie etwas auslöst. Die Texte haben Signalwirkung, der Betrachter ist unmittelbar Teil eines Dialogs: “Ist Vertrauen nicht die Basis jeder guten Beziehung?”, steht auf einer Sprechblase. Oder: “Eine Gesellschaft braucht Regeln- die Frage ist nur wie viele?” Beide Hamburger Hauptverwaltungen der Reemtsma Cigarettenfabriken GmbH mit zwei Niederlassungen in Hamburg-Bahrenfeld sind gut sichtbar mit den Werten des Unternehmens dekoriert. Da geht es um Verantwortung, Selbstbestimmung, Transparenz und Nachhaltigkeit.

Mein erster Gedanke dazu war: Reine Marketingstrategie oder tatsächlich Werte, die aus dem Mitarbeiterkreis entstanden sind, zum Beispiel im Rahmen eines Workshops? Die Presseabteilung von Reemtsma konnte mich beruhigen, die Sätze, Fragen und Leitlinien sind tatsächlich intern entstanden, so weit so gut.

Aber was ist mit dem Produkt? Wie schwer ist es für ein Unternehmen, mit einem nicht ganz ungefährlichen Produkt Werte zu bilden, zu leben und nach aussen zu publizieren? Genau genommen sind wir von gefährlichen Produkten umgeben, Autos, Flugzeuge, pharmazeutische Produkte mit Nebenwirkungen, Alkohol, Zigaretten …. die Liste lässt sich beliebig fortsetzen. Alle machen Werbung, alle reden von Verantwortung und von Nachhaltigkeit. Aber: Welches Unternehmen beschäftigt sich sichtbar und transparent mit den Gefahren des Produktes, mit der Verantwortung, die ein Unternehmen als Produzent und Verkäufer solcher Produkte automatisch trägt? Unser eingeschlummertes Konsumentenverhalten wacht ja gar nicht mehr auf, wenn ungesunde, unnütze oder sogar lebensbedrohliche Produkte über Werbeflächen und Bildschirme flimmern. Ist es nicht viel einfacher, den Halbschlaf des Konsumenten zu nutzen, als ihn aufzuwecken und zum Selber-Denken anzuregen?

Möglicherweise hat hier ein Unternehmen einen sichtbaren Schritt nach aussen gemacht, um Verantwortung, auch Selbstverantwortung und Nachhaltigkeit tatsächlich zu kommunizieren und einen Dialog mit dem Konsumenten eröffnet, der nicht verschleiert und einschläfert wie wir es gewohnt sind, sondern mutig auf das Thema hinweist. Die Idee, Werte über Sprechblasen nach aussen zu kommunizieren ist wie ein Symbol für den Konsumenten, teilzuhaben an der Verantwortung, das Unternehmen nicht einfach für sein Produkt zur Rechenschaft zu ziehen, sondern sich selbst zu hinterfragen.

Mir gefällt der Dialog, den die Kampagne auslöst. Die Fragen nach den Werten, nicht nur bezogen auf den menschlichen Umgang miteinander, von Führungskraft zu Mitarbeiter, oder von Team zu Team, sondern auch nach aussen, von Produkt zu Konsument und von Konsument zu sich selbst. Diese Dialoge mit uns selbst sind notwendig, um selbstständig und eigenverantwortlich Denken und Handeln zu können.

Offensichtlich hat die Auseinandersetzung mit Werten und sozialem Engagement auch schon länger Tradition bei Reemtsma. Auf der Homepage kann man folgendes lesen:
“Seit der Gründung im Jahr 1910 ist Reemtsmas Erfolg besonders die Geschichte seiner Mitarbeiter und Partner. Reemtsmas gesellschaftliches Engagement hat früh Maßstäbe gesetzt: Um die Not ihrer von der Inflation gebeutelten Angestellten aufzufangen, ließ Reemtsma bereits 1923 Werkkantinen für die Familien einrichten. Das Reemtsma-Erholungsheim, der Angestelltenunterstützungsfonds, die Werkssparkassen, die Werkfürsorge aber auch die Reemtsma-Bücherei und -Sportgemeinschaften, die später folgten, zeugen vom frühen Engagement Reemtsmas. Heute wird diese Tradition durch die Orientierung an klar definierten Werten fortgeführt und drückt sich beispielsweise in sozialen Projekten wie dem Reemtsma Begabtenförderungswerk zur Unterstützung sozial schwacher Schüler und Studenten aus.”

Dazu passt die Eingangstür, auf der Namen von Mitarbeitern ein großes DANKE umgeben:


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alverde NATURKOSMETIK ist eine der drei nachhaltigsten Marken Deutschlands

 

Bisher ist mir der dm-Drogeriemarkt vor allem aufgrund seiner aussergewöhnlich positiven Personalpolitik aufgefallen. Hier gibt es ein Ergebnis dieser humanen und verantwortungsvollen Umgangsweise zu lesen:

“Die Jury lobt Markenstrategie und transparente Kom-
munikation.
Die Expertenjury des Deutschen Nach-
haltigkeitspreises hat am Freitagabend (07. November 2009) in Düsseldorf Unternehmen, Produkte und Marken ausgezeichnet, die vorbildlich wirtschaftlichen Erfolg mit sozialer Verantwortung und Schonung
der Umwelt verbinden und nachhaltiges Handeln zu weiterem Wachstum nutzen.

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Symposium „Kunst fördert Wirtschaft“

 

Am 21./22. Nov. 2010 veranstaltet die [ID]factory der TU Dortmund, die als
Forschungslabor und Denkwerkstatt künstlerisches Denken in
außerkünstlerischen Feldern erforscht und erprobt, ein interdisziplinäres
Symposium mit Vorträgen, Workshops und Open Spaces renommierter
Wissenschaftler, Künstler und Querdenker aus verschiedensten Disziplinen,
die die Frage des Transfers künstlerischer Denkprozesse und Methoden in
wissenschaftliche und wirtschaftliche Prozesse diskutieren.

“Die Frage des kreativen Denkens und Handelns als künstlerischer Prozess
steht im Raum:
In wieweit ist „künstlerisches Denken“ verantwortlich für nachhaltig
erfolgreiche Leistungsprozesse und wirtschaftliche Entwicklung?
Wie entstehen Innovation und welche Rolle kann dabei die „Kunst“ spielen“?
Welche Prozesse und Methoden sind charakteristisch für non-lineares Denken?
Und wie lassen sie sich in außerkünstlerischen Bereichen beobachten?”

Das Zentrum für Kunsttransfer/[ID]factory der TU Dortmund
fordert renommierte Querdenker aus den Bereichen Wissenschaft, Wirtschaft
und Kunst zum interdisziplinären Diskurs dieser Fragen auf.

Es diskutieren namhafte Referenten, die als Querdenker kreativen Denkens
und Handelns bekannt sind:
Prof. Ursula Bertram, Künstlerin, Leitung der [ID]factory / Dortmund;
Prof. Dr. Dietrich Grönemeyer, Mediziner, Grönemeyer-Institut für
Mikrotherapie / Bochum; Prof. Dr. Gerald Hüther, Neurobiologe, Universität
Göttingen /Göttingen; Reinhild Hoffmann, Choreografin und Opernregisseurin
/ Berlin, London; Prof. Dr. Gerhard Kilger, Philosoph und Physiker , DASA
/ Dortmund; Albert Schmitt und Jean-Claude Leclère, Musiker und Manager,
Dt. Kammerphilharmonie Bremen / Bremen; Dr.-Ing. Werner Preißing,
Architekt und Unternehmer, Büro für Innovationsforschung / Mainz), Prof.
Dr. Metin Tolan, Physiker, TU Dortmund / Dortmund; Ramazan Uçar, Imam /
Hamburg; angefragt: Prof. Timm Ulrichs, Künstler / Münster, Hannover,
Berlin.

Anmeldungen unter: www.id-factory.de

Weitere Quelle: www.id-factory.blogspot.com


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Buchtipp- Transfer: Kunst, Wirtschaft, Wissenschaft

 

Transfer: Kunst, Wirtschaft, Wissenschaft von Klaus Heid und Ruediger John. Herausgeber ist der Verlag für kritische Ästhetik

“TRANSFER: ist das Ergebnis künstlerischer Forschungsarbeit und bietet eine aktuelle Bestandsaufnahme des praktischen Transfers sowie von Kooperationen zwischen Kunst, Wissenschaft und Wirtschaft. Das Buch versammelt Interviews und Beiträge von 25 Experten aus Kunst, Wirtschaft und Wissenschaft. Diese verbindet die Fragestellung, welche Rolle die Kunst für die gesellschaftliche Alltagspraxis hat.

Mit Beiträgen von: Michael M. Berger, Prof. Dr. Michael Bockemühl, Prof. Dr. Gernot Böhme, Michael Brater, Simonetta Carbonaro, Dimitrios Chalatsis, Prof. Dr. Ernst Peter Fischer, Klaus Heid, Max Hollein, David Hornemann, Ruediger John, Nadja Koch, Prod. Dr. Karl-Heinz Kohl, Prof. Michael Lingner, Dorcas Müller, Mathis Neidhart, Prof. Dr. Birger P. Priddat, Bettina Reichmuth, Enno Schmidt, Prof. Dr. h. c. Lothar Späth, Nadine Trossen, Dr. Christian Votava, Prof. Dr. Jürgen Wertheimer, Johannes Wiek, Frank Wilhelmi”


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