Endlich mal eine gute Nachricht über Öl. Nils Völker, 31, Kommunikationsdesigner und Künstler aus Berlin, hat Automotoren Bilder gestalten lassen. Die Idee ist sehr speziell: Völker fuhr mit einem Auto eine bestimmte Strecke und nahm dabei das Motorengeräusch auf. Die so entstandene Tondatei baute er in einen selbstkonstruierten Roboter, der mit Hilfe der Daten ein Bild malte. Ursprünglich ging es bei der Idee darum, die unterschiedlichen Fahrgeräusche eines Elektro- bzw. eines Benzinmotors zu vergleichen. Herausgekommen sind großformatige Werke, die sozusagen die Kunst des Motors abbilden und derzeit im Rahmen der Marketing-Tournee “Smart Urban Stage” durch europäische Metropolen unterwegs sind. Also, das nenne ich einen optimalen Prozessverlauf.
Das kurze Video dokumentiert diesen Prozess – schön anzuschauen und anzuhören.
„Mut und Demut“ ist das Thema der Movimentos Festwochen 2010. Damit werden Eigenschaften aufgegriffen, die in dieser Krisenzeit besonders wertvoll sind. Denn Mut ohne Demut ist gefährlich. Eine verantwortungsvoll handelnde Gesellschaft hat beides integriert.
Mut ohne Demut ist Übermut. Besonders in der Wirtschaft führt Übermut zu unkalkulierbaren Risiken und somit – zur Krise.
Man könnte auch sagen:
Um die Krise zu bestehen brauchen wir Mut, um Krisen zu vermeiden brauchen ein paar Leute etwas mehr Demut. Der Titel ist also genial: Maria Schneider (Kreativdirektorin der VW-Autostadt) sagt dazu: “Für unseren Wertekanon suchen wir immer Themen, die groß genug sind, sie mit allen künstlerischen Formen zu füllen. So lange man die Welt beobachtet und erspürt, was für die Menschen in ihrer Welt relevant ist, findet man ein Motto.”
Das Projekt Luftlinie Karlsruhe – Budapest wurde von den Karlsruher Künstlerinnen Bernadette Hörder und Ulrike Israel initiiert. Es findet im Rahmen der Europäischen Kulturtage in Karlsruhe 2010 statt. Weiterhin ist ein Austausch in Budapest geplant. Das Projekt “KunstUnternehmen” basiert auf der Kooperation von Wirtschaft und Kunst, es ist in die Europäischen Kulturtage 2010 mit dem Thema Budapest-Pécs eingebunden.
“Die Idee ist, Künstler und produzierende Unternehmen zusammen zu bringen. Mit einem ungewöhnlichen Kontext an Begegnungen, Gesprächen und wechselseitiger Inspiration werden sich diese zwei Welten über einen längeren Zeitpunkt hinweg begegnen. Aus der Zusammenarbeit zwischen Künstlern und “ihren” Unternehmen werden große, imposante Skulpturen, Installationen und Klangobjekte entstehen, welche ab dem 18. April 2010 in schönem Ambiente, dem Schlosspark Karlsruhe, zu sehen sein werden.”
Als Auftakt des Projektes wird die Verbindung zwischen den beiden Städten symbolisch dargestellt: es wird eine Linie durch den Stadtraum Budapest sowie Karlsruhe gezogen.
In Zusammenarbeit von Künstlern und Unternehmen in Karlsruhe werden Arbeiten, Skulpturen, Installationen etc zum Thema “Linie” geschaffen. Diese Arbeiten sollen temporär den Stadtraum gestalten. Insgesamt elf Künstler haben sich mit zahlreichen Firmen zusammengeschlossen und so ihre Kunstwerke realisiert.
“TRANSFER: ist das Ergebnis künstlerischer Forschungsarbeit und bietet eine aktuelle Bestandsaufnahme des praktischen Transfers sowie von Kooperationen zwischen Kunst, Wissenschaft und Wirtschaft. Das Buch versammelt Interviews und Beiträge von 25 Experten aus Kunst, Wirtschaft und Wissenschaft. Diese verbindet die Fragestellung, welche Rolle die Kunst für die gesellschaftliche Alltagspraxis hat.
Mit Beiträgen von: Michael M. Berger, Prof. Dr. Michael Bockemühl, Prof. Dr. Gernot Böhme, Michael Brater, Simonetta Carbonaro, Dimitrios Chalatsis, Prof. Dr. Ernst Peter Fischer, Klaus Heid, Max Hollein, David Hornemann, Ruediger John, Nadja Koch, Prod. Dr. Karl-Heinz Kohl, Prof. Michael Lingner, Dorcas Müller, Mathis Neidhart, Prof. Dr. Birger P. Priddat, Bettina Reichmuth, Enno Schmidt, Prof. Dr. h. c. Lothar Späth, Nadine Trossen, Dr. Christian Votava, Prof. Dr. Jürgen Wertheimer, Johannes Wiek, Frank Wilhelmi”
Im Zeitalter der Vernetzung von Gesellschaften und der Verknüpfung von Wissenschaften ist die Frage nach dem Sinn der Verbindung von Kunst und Wirtschaft logisch und unvermeidbar. Die Argumente, die dagegen sprechen, liegen auf der Hand: Warum sollte Kunst die Gefahr des Verlustes ihrer Autonomie eingehen und sich funktionalisieren lassen? Kunst existiert oft in einer gewissen Absichtslosigkeit, es ist die Erfassung und Dokumentation einer Idee oder einer Sache in Form von individueller Darstellung. Dadurch spielt die persönliche Botschaft, die “Sprache” des Künstlers eine wesentliche Rolle. Wirtschaft hat Ziele, die erreicht werden, am besten so effektiv und so effizient wie möglich. Die größte Schnittstelle zwischen Kunst und Wirtschaft ist das Produkt. Beide generieren ein Produkt, wobei das Produkt der Kunst ein Einzelstück ist, Ausdruck und oft Ende eines Prozesses, einer Auseinandersetzung. Das Produkt der Wirtschaft hingegen ist Massenware. Sein Prozess reduziert sich auf den Fertigungsprozess, der andere Kriterien hat als der künstlerische. Den größten Nutzen hat Wirtschaft von Kunst, wenn sie die Kriterien des “Fertigungsprozesses” im künstlerischen Prozess genauer untersucht und Teile daraus für sich adaptiert. Durch Reduktion und Mechanisierung der wirtschaftlichen Fertigungsprozesse sind wesentliche, lebendige Wertschöpfungen verloren gegangen, der Prozess an sich ist tot.