Wer kennt sie nicht? Die Filme von Monty Python. Immer wieder gern gesehen und herzlich gelacht. Aber wer erinnert sich an die Szene, in der Brian wie eine “perfekte Führungskraft” seine Leute zur Individualität ermuntert…., bis er selbst von der nächsthöheren Instanz ausgebremst wird?
“Die Galerie im Künstlerhaus Bremen nimmt sich gerade der Spurenleger und Spurensucher an, beackert ein weites Feld mit angenehm pointierten Beiträgen und lässt den Besucher fahnden. Gleich die erste Fährte der Ausstellung „Fische hinterlassen keine Spuren“ fordert den ganz genauen Blick – der Rezensent bekennt, er hat die Hinterlassenschaft von Mircea Cantor glatt übersehen. Das wäre ihm vielleicht nicht passiert, wenn er über die ländlichen Gebräuche in Rumänien besser informiert wäre. Dort weist ein Stab neben der Eingangstür auf die Abwesenheit des Bewohners hin, verrät Galerieleiterin und Kuratorin Stefanie Böttcher. Aufschlussreich auch folgende Anekdote: Den Stab am Galerieeingang hat ein interessierter Passant bereits als Kampfstock interpretiert und besser mal entfernt. Der kulturelle Kontext entscheidet eben über die Deutung von Spuren und Zeichen.
Was das Auftakt-Objekt schon mal Grundsätzliches zum Thema erzählt: Spuren verweisen auf Abwesenheit und Vergangenheit, lassen über das Persönlichkeitsprofil ihrer Verursacher und deren Verhalten spekulieren und sind in ihrer Zeichenhaftigkeit mit dem Kunstwerk verwandt. Um diese thematischen Eckpfeiler ranken sich auch die Beiträge der Schau.”
Den ganzen Beitrag von Rainer Beßling (Eig. Ber.) lesen Sie hier.
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Im Zeitalter der Vernetzung von Gesellschaften und der Verknüpfung von Wissenschaften ist die Frage nach dem Sinn der Verbindung von Kunst und Wirtschaft logisch und unvermeidbar. Die Argumente, die dagegen sprechen, liegen auf der Hand: Warum sollte Kunst die Gefahr des Verlustes ihrer Autonomie eingehen und sich funktionalisieren lassen? Kunst existiert oft in einer gewissen Absichtslosigkeit, es ist die Erfassung und Dokumentation einer Idee oder einer Sache in Form von individueller Darstellung. Dadurch spielt die persönliche Botschaft, die “Sprache” des Künstlers eine wesentliche Rolle. Wirtschaft hat Ziele, die erreicht werden, am besten so effektiv und so effizient wie möglich. Die größte Schnittstelle zwischen Kunst und Wirtschaft ist das Produkt. Beide generieren ein Produkt, wobei das Produkt der Kunst ein Einzelstück ist, Ausdruck und oft Ende eines Prozesses, einer Auseinandersetzung. Das Produkt der Wirtschaft hingegen ist Massenware. Sein Prozess reduziert sich auf den Fertigungsprozess, der andere Kriterien hat als der künstlerische. Den größten Nutzen hat Wirtschaft von Kunst, wenn sie die Kriterien des “Fertigungsprozesses” im künstlerischen Prozess genauer untersucht und Teile daraus für sich adaptiert. Durch Reduktion und Mechanisierung der wirtschaftlichen Fertigungsprozesse sind wesentliche, lebendige Wertschöpfungen verloren gegangen, der Prozess an sich ist tot.
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Viele kennen es. Die unangenehme Aufgabe, die man ein, zwei oder auch drei Tage vor sich her schiebt, bis der Druck so groß wird, dass einem gar nichts anderes mehr übrig bleibt als sie zu erledigen. Umfragen in Europa, den USA, Kanada, Peru und Chile haben ergeben, dass weltweit 20 Prozent der erwachsenen Bevölkerung ein ernsthaftes Problem mit dem Aufschieben von Arbeit haben. Besonders häufig sind Studenten betroffen, denn die wenig strukturierten Studienpläne und Abgabetermine machen sie besonders anfällig für das sog. Prokrastinieren ( Lateinisch: vertagen). Dies betrifft Dinge, die als wichtig, aber unangenehm identifiziert werden, was dazu führt, sie auf den letzten Drücker zu verschieben. Bei knapp 50 Prozent der amerikanischen Studenten habe sich das Problem bereits zu einer ernstzunehmenden Arbeitsstörung entwickelt. Pychyl und Ferrari haben als Pioniere die “Procrastination Research Group” gegründet, die bis heute die weltweiten Experten des Aufschiebens vereint.
Aufschiebeprobleme sind ein bereits großer Anteil von Lern- und Leistungsstörungen bei Studenten. Die Aufschieber sind nicht faul, sie verwenden ihre Zeit bloß nicht für das, was wichtig ist. Stattdessen putzen sie, kaufen ein, erledigen dies&das und bereiten sich gedanklich auf das vor, was sie vor sich her schieben.
Immerhin hat Nando Pelusi von der St. John’s University in New York in diesem Zusammenhang herausgefunden, dass das Aufschieben in prähistorischen Zeiten überlebenswichtig war, weil die Kraft auf den Moment gerichtet werden musste; es ging um das Bestehen und Überleben im Hier und Jetzt. Das Gehirn hat sich diese Überlebensstrategie etwas zu lange bewahrt, denn heute zählt wohl mehr als jemals zuvor die Fähigkeit, das eigene Handeln effizient auf die Zukunft auszurichten. Zudem wird chronisches Aufschieben häufig von Depressionen begleitet, da das Aufschieben eine ständige Stresssituation bedeutet.
Durch den Einsatz von Persönlichkeitsprofilen konnten sich zwei Aufschiebetypen unterscheiden lassen: Der Vermeidungsaufschieber, der unter Versagensängsten und der Annahme leidet, seine Umwelt stelle sehr hohe Ansprüche an ihn. Hierzu gehört wohl auch der Perfektionist, der alles hundertprozentig richtig und genau machen möchte.
Ein weiterer Typ ist der Erregungsaufschieber, der das Adrenalin braucht, um sich in Gang zu setzen, und der davon überzeugt ist, dass ihn diese Arbeitsweise um ein vielfaches kreativer arbeiten lässt als die strukturierte und geplante.
Der Artikel dazu auf süddeutsche.de ist zwar schon etwas älter (14.02.2008) aber sehr spannend.
Happy Computers ist eine Firma für IT-Training, die davon überzeugt ist, das Lernen Spass machen sollte. “Spass”, dieser eigentlich schon fast negativ besetzte Begriff ist in diesem Fall ernst gemeint. Die Grundregeln lesen sich auf der Homepage wie folgt:
Tell me and I will forget
Show me and I will remember
Involve me and I will understand
Henry Stewart ist der Gründer von „Happy Computers“. Interessanterweise bietet diese Firma die gleiche Art von Dienstleistung an wie viele andere, verlangt dafür aber das Doppelte – wie kann das funktionieren? Der Erfolg liegt an dem Managementmodell.
Quelle: www.happycomputers.co.uk
Statt über die Verbilligung von Produkten oder Arbeitskräften nachzudenken, beschäftigt sich Stewart damit, wie er die Kreativität, Leidenschaft, Lernbereitschaft und Eigeninitiative fördern kann. Führungskräfte werden nicht aufgrund von Zeugnissen, sondern aufgrund von realen Führungsqualitäten ausgesucht. Begeisterung für die Menschen und die 100prozentige Bereitschaft bei der Unterstützung ihrer Potenzialentwicklung ist das Führungsmotto. Das gleiche gilt für die Trainer oder Mitarbeiter.
Der Einstellungsprozess richtet sich nach diesem Grundsatz. Wer einen Job haben will, darf einen Tag lang beweisen, das er Talent und die Fähigkeit hat, dazuzulernen. Zu dieser Unternehmenskultur gehört auch, dass Fehler akzeptiert werden, Kritik zugelassen wird und dass die Menschen so sein dürfen wie sie sind.
Offensichtlich ein Unternehmen, das nicht nur offiziell und proforma das Wort “Schwächen” gegen das Wort “Potenziale” eingetauscht hat, sondern in der es tatsächlich gelebte Kultur ist, die auch noch mit Erfolg belohnt wird. Denn: Während die Branche in England insgesamt bis zu 30 Prozent Rückläufe verzeichnet, hat “Happy Computers” seine Einnahmen verdoppelt.
Forscher haben herausgefunden, dass optimistische, glückliche und zufriedene Menschen ein kleineres Risiko für Herzerkrankungen haben als unglückliche Nörgler und Schwarzseher. Zu Beginn der Studie, die über zehn Jahre lief, wurde ein Persönlichkeitsprofil erstellt und die allgemeine Zufriedenheit im Job und Privatleben ermittelt. Diejenigen, die eine optimistische Einstellung zum Leben hatten, waren 22 Prozent weniger von Herzinfarkten und Angina-pectoris-Anfällen betroffen. Nach dieser Studie von W. Bartens in der Süddeutschen Zeitung zu urteilen meine ich, dass Ärzte also mehr Wert auf die Beobachtung und Betreuung des seelischen Erlebens ihrer Patienten legen können sollten. Das ist natürlich schwierig, wenn sie Patienten im zehn Minuten Takt behandeln müssen.